Nübel (SPD-Fraktion): „Privat-öffentliche Nutzung der Alten Post ernsthaft prüfen“

2018-02-21T00:00:00

Museumsnutzungen für öffentlichen Teil des Gebäudes prüfen – Lob für Bürgerinitiative und Magistrat

Die SPD-Stadtverordnetenfraktion Gießen begrüßt die neuesten Entwicklungen um das historische Gebäude in der Bahnhofstraße „Alte Post“. „Die über viele Jahre erbrachte Beharrlichkeit der Politik und der seit jüngster Zeit enorm gestiegene Druck durch den engagierten Einsatz der Bürgerinnen und Bürger, der sich insbesondere aus der Bürgerinitiative "Rettet die Alte Post" hervorgetan hat, ist nun offensichtlich ein Umdenken bei den bisherigen Eigentümern entstanden“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Christopher Nübel. Durch die bereits vor einigen Jahren eingeleiteten städtebaulichen Maßnahmen inklusive der Bauleitplanung habe man den Grundstein für diese Entwicklungen in der Politik gelegt. Der zunehmend starke Verfall des Gebäudes machte es zudem möglich, mit erneuten Denkmalschutzauflagen den Druck auf die Eigentümerfamilie weiter zu erhöhen.

Auch wenn es ein längerer Prozess war, so scheint es sich nun gelohnt zu haben. Es war uns von Anfang an klar, dass aufgrund des starken Eigentumsschutzes nach dem Grundgesetz ein langer Weg notwendig ist, um Veränderungen bezüglich des in Privateigentum stehenden Objektes vornehmen zu können. Die Arbeit des Magistrats, insbesondere das konsequente Handeln des Denkmalschutzes unter Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) und des Rechtsamtes unter Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) sowie die beharrlichen Gespräche der bisherigen Planungsdezernentin, Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, fortgeführt durch Stadtrat Peter Neidel, scheinen nun Früchte zu tragen“, so Nübel weiter.

Die SPD-Stadtverordnetenfraktion erwarte nunmehr ebenso ernsthafte Gespräche mit dem neuen Eigentümer über dessen Vorstellungen und Nutzungskonzepte. Die bereits vom zukünftigen Investor gegenüber der Presse aufgestellte Forderung, dass die öffentliche Hand zu ca. einem Drittel in die Nutzung des Gebäudes einsteigen müsse, solle ernsthaft vom Magistrat geprüft werden. „Neben anderen denkbaren öffentlichen Nutzungen sollten zuerst Bedarfe und mögliche Nutzungen der Gießener Museen abgefragt und erwogen werden“, so die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Nina Heidt-Sommer.

Zur weiteren Beurteilung fordert die SPD-Fraktion, dass auch die finanziellen Vorstellungen des Investors zeitnah in Erfahrung gebracht werden. Sollte dahinter ein ernsthaftes Konzept und ein für die Stadt realistischer und finanzierbarer Rahmen erkennbar sein, so müsse man einer gemeinsamen Lösung mit dem privaten Investor für dieses stadtbildprägende Gebäudeensemble offen begegnen. Es gelte nun die Aufbruchstimmung für diesen Standort zu nutzen und gemeinsame tragfähige und finanzierbare Konzepte zu entwickeln. Bei aller Euphorie müsse man aber auch bedenken, dass die öffentliche Hand – insbesondere die Stadt Gießen – nicht jeden Preis mitgehen könne. Zudem hänge eine öffentliche Nutzung auch stark von der konkreten Örtlichkeit innerhalb des Gebäudeensembles ab. „Dies gilt es nun gemeinsam mit dem Investor zu beraten. Wir sind guter Hoffnung, dass eine Lösung gefunden werden kann", so Fraktionsvorsitzender Nübel abschließend.